Psalmvertonungen aus dem EG - EG: 272, 279, 287, 301,

 

"Beten 09" - das klingt zwar ein bisschen wie der Name eines frommen Fussballvereins, aber tatsächlich geht es nicht um 90 Minuten Sport, sondern um ein ganzes Kirchenjahr rund um das Beten. "Beten ist Erwartung an Gott im Vertrauen auf sein Eingreifen. Gebet rechnet mit einem unverfügbaren Plus, das zuerst die Betenden verändert." Gemeinsam mit dem Amt für Gemeindeentwicklung und missionarische Dienste der Evangelischen Kirche im Rheinland haben sieben weitere Männer und Frauen aus Einrichtungen der rheinischen Kirche und der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal den Anstoss gegeben. Ihr Ziel: Menschen und Gemeinden zu gewinnen, die im neuen Kirchenjahr, das am 1. Advent 2008 beginnt, dem Gebet ein Jahr lang einen besonderen Raum in ihrem Alltag und im Leben der Gemeinde zu geben. Unter der E-Mail-Adresse fuerbitte@beten09.de können Menschen ab Dezember 2008 Gebetsanliegen weitergeben, für die dann Gemeinden die Patenschaft übernehmen und diese Fürbitten zu ihrer Sache machen.
Für jeden Monat des Jahres ist ein eigenes Leitthema ausgewählt worden. Unter dieses Thema wollen wir in Hangelar auch das Monatslied stellen.
Für den aktuellen Monat lautet das beten09-Thema: "Psalmen- Gregorianik- Lobpreis"
Als Monatslied zum Thema "Psalmen- Gregorianik- Lobpreis" werden Pslamvertonungen aus dem EG vorgeschlagen (z.B. EG 279, EG 272, EG 301,EG 287).

Buch der Psalmen

Das Buch der Psalmen ist ein Buch des (jüdischen) Tanach bzw. des (christlichen) Alten Testamentes. Es handelt sich dabei um eine Zusammenstellung von 150 Psalmen, also Gebeten, Liedern und Gedichten. Auch heute noch, über zweitausend Jahre nach ihrer Entstehung werden Psalmen von Juden und Christen gleichermaßen verehrt und gebetet. Schriftstellern und Musikern dient der Psalter von jeher als Quelle für ihre Inspiration. Außerhalb des Psalmenbuches gibt es weitere biblische Psalmen. Neben den biblischen Psalmen kennt das frühe Judentum andere Psalmen. So wurden beispielsweise in den Höhlen bei Khirbet Qumran eine Reihe weiterer Psalmen gefunden. Psalmennachdichtungen bzw. Vertonungen von Psalmen hat es durch die Jahrhunderte bis heute immer wieder gegeben.

Das Wort Psalmen kommt von dem griechischen Wort psalmós, das Lied oder Lobgesang bedeutet. Das hebräische Wort ist tehilim/תהילים (=Preisungen). Das Buch (es wird auch Psalter genannt) enthält eine Sammlung von 150 Liedern aus dem religiösen Leben und Gottesdienst der alten Israeliten - Lieder, die aus dem Herzen dieses Volkes kommen und seine persönliche Erfahrungen widerspiegeln. Man könnte die Psalmen das älteste Gesangbuch des Volkes Gottes nennen.

Das Buch der Psalmen befindet sich ziemlich genau in der Mitte der christlichen Bibelausgaben (sofern sie die so genannten Apokryphen nicht mit einschließen; dies sind die nach evangelischem Verständnis außerkanonischen Spätschriften des Alten Testaments, die von der römisch-katholischen Kirche zum Kanon der biblischen Schriften gezählt werden). Das nachexilische Judentum schrieb die Mehrzahl der Psalmen dem Priester-König David zu. Anders als bei den anderen Büchern der Bibel, deren heutige Einteilung in Kapitel erst im Mittelalter entstand, existierte diese bei den Psalmen schon seit ihrer Entstehung. Die Einteilung in Verse ist dagegen auch in diesem Fall neueren Datums, folgt aber größtenteils der natürlichen Verseinteilung der poetischen Texte. Martin Luther nannte die Psalmen die "kleine Biblia".

Ein Psalm ist ein Gebet, das auch gesungen werden kann, siehe Psalmodie. Das Buch der Psalmen wird manchmal auch Psalter genannt. Als Psalterium oder Psalter wird im Alten Testament auch ein Musikinstrument, die Schrägleier bezeichnet, welche oft als Begleitinstrument zum Psalmengesang diente. Es wurden jedoch auch andere Instrumente verwendet. Das Buch der Psalmen ist das Gebetbuch der Juden und der frühen Christen. Außerhalb des jüdischen Tempels wurden die Psalmen gewöhnlich ohne Instrumentalbegleitung gesungen. Heute sind die Psalmen liturgisch im Gebrauch in der jüdischen Synagoge, im Stundengebet der katholischen, orthodoxen und anglikanischen Kirche, und in gregorianischen Gesängen, in der Regel auch in der Eingangsliturgie als gemeinsames Gebet oder Wechselgebet in protestantischen Kirchen.

Der Aufbau des Psalmenbuches

Das Psalmenbuch, wie es uns in der heutigen Form vorliegt, ist das Ergebnis eines komplexen, mehrere Jahrhunderte andauernden Entstehungsprozesses. Jedes der fünf auszumachenden Psalmenbücher hat eine je eigene Entstehungsgeschichte und auch die redaktionelle Sammlung und Zusammenstellung verlief nicht in einem Zug. Die heutige 'Ausgabe' des Psalmenbuches gab es vermutlich bereits im 2. Jahrhundert v. Chr. Aber bis zum ersten Jahrhundert n. Chr. bestanden daneben auch andere Versionen, die vor allem im letzten Drittel des Psalmenbuches in Anordnung und auch Anzahl divergierten. Dies belegen die alten Übersetzungen der Septuaginta (griechisch) und der Peschitta (syrisch) sowie die Funde von Psalmenrollen in Qumran. Um 100 n. Chr. legte die pharisäisch-rabbinische Tradition den Kanon der hebräischen Bibel und somit auch den Text des Psalmenbuches für das Judentum endgültig fest.

Inhalt der Psalmen

Viele Psalmen sind als Kirchenlieder vertont. Dazu wurden ihre Texte häufig in eine Reim- und Strophenform überführt. Künstler befassen sich bis heute oft mit Psalmen in Nachdichtungen oder Vertonungen. Die meisten Psalmen sind in der hebräischen Gedichtform geschrieben, die durch den Gedankenreim (lateinisch: Parallelismus membrorum) charakterisiert ist: zwei aufeinanderfolgende Zeilen oder Verse haben einen ähnlichen Sinn (manchmal aber auch eine gegensätzliche Bedeutung). Beispiel (Psalm 22 Vers 1-3).

Psalmenüberschriften

Im Hebräischen sind die meisten Psalmen mit Überschriften versehen, die von kurzen Verfasserangaben über heute kaum mehr verständliche musikalische Angaben bis zu mehrere Sätze langen Situationsschilderungen reichen. Fast die Hälfte der Psalmen werden König David zugesprochen, was mit der "Davidisierung" des Buches in nachexilischer Zeit zusammenhängt. Bei etwa 20 der 72 Davidpsalmen liefert der Text neben dem "le david" (Übersetzung: von bzw. für David) noch Angaben zur Biographie Davids. Neben den Davidpsalmen gibt es Asafpsalmen und Korachpsalmen, Psalmen, die jerusalemer Sängergilden zugesprochen werden. Aber auch Mose oder Salomo werden als Psalmendichter genannt. Heute wird weithin angenommen, dass die hebräischen Psalmenüberschriften sekundär sind, also nachträglich über die Psalmtexte gesetzt wurden. Dies geschah aus theologischen und redaktionellen Gründen. Die griechische Übersetzung der Septuaginta fügt weitere Überschriften hinzu, die wohl aus einer anderen hebräischen Textquelle stammen. Somit haben in der Septuaginta und in den aus dieser abgeleiteten Übersetzungen alle Psalmen eine Überschrift, mit Ausnahme der beiden ersten. Bereits damals wurden die musikalischen Angaben des hebräischen Textes in großen Teilen nicht mehr verstanden; deren entsprechend kryptische griechische Übertragungen boten später Anlass zu vielfältiger symbolischer und mystischer Interpretation.